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Die Kunst des Bierbrauens ist seit Jahrtausenden bekannt. Über die Zeit wurde der Brauprozeß kontinuierlich verbessert; diese Entwicklung hat bis heute noch kein Ende gefunden. Im folgenden soll der Weg von der Gerste zum Aecht Schlenkerla Rauchbier, gebraut nach dem Reinheitsgebot von 1516, näher gezeigt werden.

"Weiche" der Schlenkerla Mälzerei
Aus Gerste direkt kann man kein Bier brauen; sie muß erst zu Malz verarbeitet werden. Im Schlenkerla geschieht dies in der hauseigenen Mälzerei.
1. Schritt: "Weichen"
Das Korn muß zunächst mit Wasser
angereichert werden, um die Keimung einzuleiten. Dazu wird die Gerste mit Wasser
versetzt, sie wird geweicht, wie es in der Brauersprache heißt. Hierbei
wechseln Wasser- und Luftweichen in bestimmten Abständen.
2. Schritt: "Keimen"
Ab einem Wassergehalt von ca. 35% beginnt das Korn
zu keimen. Durch das Wachstum werden Enzyme gebildet, die in der Lage sind, die
Korninhaltsstoffe (hauptsächlich Eiweiß und Stärke) zu zerlegen. Diese Fähigkeit
wird später bei der Bierherstellung benötigt. Während der 7-tägigen Keimzeit wird
das Keimgut, das der Brauer Grünmalz nennt, ständig belüftet und
regelmäßig gewendet.

Malztrockung über offenem Buchenholzfeuer
3. Schritt: "Darren"
Um die Keimung abzubrechen und die damit
verbundenen biochemischen Vorgänge zu fixieren, muß das Grünmalz
getrocknet (gedarrt) werden. Hier liegt das Geheimnis des Aecht Schlenkerla Rauchbieres.
Ein Buchenholzfeuer unter der Darre erwärmt die Trocknungsluft; der dabei
enstehende Rauch verleiht dem Malz das typische Raucharoma.
Endprodukt: Schlenkerla Rauchmalz
Brauereien ohne eigene Mälzerei, die weit überwiegende Zahl, können verschiedene Malzsorten bei Handelsmälzereien kaufen. In diesen Betrieben beginnt der Brauprozeß bei Schritt 4.
4. Schritt:
"Schroten"
Um die in der Mälzerei begonnenen Abbauvorgänge
weiterführen zu können, muß das Malz zunächst mittels einer Schrotmühle
zerkleinert werden.

Klassisches Kupfersudhaus im Schlenkerla
5. Schritt: "Maischen"
Das Malzschrot wird im Maischbottich
mit Wasser vermischt. In der dadurch hergestellten Maische können die in
der Mälzerei gebildeten Enzyme die Inhaltsstoffe des Malzes abbauen. Der
wichtigste Vorgang hierbei ist die Umwandlung der Stärke in Malzzucker. Die
Maischarbeit spielt sich im Temperaturbereich zwischen 45° C und 77° C
ab.
6. Schritt: "Abläutern"
Wenn alle gewünschten Abbauvorgänge
abgeschlossen sind, wird die malzzuckerhaltige Flüssigkeit, die Würze,
von den festen Bestandteilen, den Trebern, getrennt. Während die Würze
in der Würzepfanne gesammelt wird, werden die Treber aus der Brauerei enfernt,
um zB als Viehfutter weiter verwendet zu werden.
7. Schritt: Kochen
In der Pfanne wird die Würze gekocht, wobei ihr der
Hopfen in mehreren Gaben zugesetzt wird. Durch Hitzeeinwirkung werden die Bitterstoffe
des Hopfens gelöst. Sie verleihen dem Rauchbier seine typische Bittere. Beim
Kochen wird Wasser verdampft, um in der Würze die erforderliche Konzentration
(die Stammwürze) einzustellen. Einige Inhaltstoffe der Würze werden
durch die Hitzeeinwirkung unlöslich; es bildet sich der "Heißtrub",
der aus der Würze entfernt werden muß. Der gesamte Sudprozeß
vom Einmaischen bis zum Ende des Siedens dauert ca. 8 Stunden.
8. Schritt: Kühlen und "Anstellen"
Nach dem Kochende wird die Würze
aus der Pfanne in den Whirlpool gepumpt, die Würze wird "ausgeschlagen".
Hier wird der Heißtrub entfernt. Anschließend wird die Würze
gekühlt, belüftet und mit Hefe versetzt. Sie wird "angestellt",
wie es in der Brauersprache heißt.
Endprodukt: Würze

Schlenkerla Gärkeller
9. Schritt: "Hauptgärung"
Die der Würze zugesetzte Hefe ist in der Lage, ihren Energiestoffwechsel nicht
nur durch Atmung (wie der menschliche Organismus), sondern auch bei Abwesenheit
von Sauerstoff durch die alkoholische Gärung zu bestreiten. Dabei wird der Malzucker
in Alkohol, Kohlensäure und Wärme umgewandelt. Am Ende der Hauptgärung,
die ca. 7 Tage dauert, setzt sich die Hefe weitgehend am Boden der Gärgefäße
ab. Daher spricht man von einem untergärigen Bier.
Beim obergärigen Bier, wie dem Schlenkerla Rauchweizen steigt die Hefe in den Gärbottichen nach oben. Das Jungbier - so heißt das Zwischenprodukt nun in der Sprache der Brauer - wird zur Nachgärung in den Lagerkeller geleitet.
Endprodukt: Jungbier

Lagertanks in den alten Stollen unter Bamberg
10. Schritt: "Reifung"
Um das Aecht Schlenkerla Rauchbier zu vollenden, folgt nun die mehrwöchige Reifephase
im Lagerkeller. Hierbei werden die restlichen vergärbaren Stoffe von der
im Jungbier verbliebenen Hefe umgesetzt und somit das volle Geschmacksprofil ausgebildet
- dabei entsteht auch weiteres Kohlendioxid .
Eine Besonderheit im Schlenkerla:
Die Lagerkeller befinden sich noch heute in den
alten Stollen unter dem Stefansberg. Diese sind
Teil eines Tunnelsystems unter Bamberg, das über 700 Jahre alt ist
und aufgrund der ganzjährig konstant niedrigen
Temperatur von den Schlenkerla Bierbrauern schon
seit Jahrhunderten als Lagerstätte verwandt
wurde. Früher wurden die Bierkeller zusätzlich
mit Eis gekühlt, das im Winter aus Flüssen
und Seen oder an Eisgerüsten gewonnen wurde.
Wenn in warmen Wintern nicht genug Eis "geerntet"
werden konnte, brachte man dieses manchmal sogar
aus Finnland und Schweden nach Bamberg, damit das
Rauchbier optimal reift.
Das Schlenkerla Rauchweizen macht seine geschmackliche Ausreifung nicht im Lagerkeller sondern in der abgefüllten Flasche durch (Original Flaschengärung).
11. Schritt: "Filtration"
Am Ende der Nachgärung enthält
das Rauchbier noch Hefe und weitere trübende Stoffe. Um es dem Verbraucher
in der gewünschten Glanzfeinheit präsentieren zu können, muß
es filtriert werden. Danach wird es je nach Bedarf in Fässer oder in Flaschen
abgefüllt.
Endprodukt: Rauchbier

Abfüllung von Eichenholzfässern
Faßfüllung:
Die Fässer werden gereinigt und auf Sauberkeit kontrolliert. Zum Abfüllen
werden die Fässer unter Gegendruck gesetzt und dann mit Rauchbier befüllt.
Hierdurch wird ein schaumfreies Einlaufen des Rauchbieres in das Faß ermöglicht.
Eine Besonderheit:
Nach alter Tradition wird das Rauchbier in unserem Brauereiausschank noch ausschließlich
in Eichenholzfässern ausgeschänkt.
Flaschenfüllung:
Die Abfüllung erfolgt wie beim Faß unter Gegendruck. Danach werden
die Flaschen etikettiert und verpackt.
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