Brau- und Baugeschichte des Schlenkerla

Die historische Rauchbierbrauerei Schlenkerla hat eine lange und bewegte Geschichte. Neben urkundlichen Erwähnungen des Anwesens in der Dominikanerstraße 6 finden sich auch braugeschichtlich bedeutsame Dokumente zum Oberen Stephansberg, an dem noch heute die Lagerung des Rauchbieres in den tiefen Felsenkellern stattfindet.

Die wichtigsten Schlenkerla Jahreszahlen seit dem 14. Jahrhundert:

1387 in den Kopialbüchern von St. Stephan findet sich die erste urkundliche Erwähnung des heutigen Brauereianwesens am Oberen Stephansberg 27/29, schon damals im Besitz eines Bierbrauers namens "Eberlein Breu"
1405 Brauereiausschank in der Dominikanerstraße 6 urkundlich erstmalig erwähnt als "Haus zum blauen Löwen"
1485 Erstmalige Erwähnung von Büttnern und damit vermutlich auch Brauern im Anwesen Dominikanerstraße 6
1678 relativ kurz nach dem 30jährigen Krieg sind wieder Büttner und Brauer Besitzer der Dominikanerstraße 6, die inzwischen "Brauerei zum blauen Löwen" genannt wird
1767 Johann Wolfgang Heller, Büttner und Brauer, ist der Besitzer der Brauerei und der Name wird auf "Brauerei Heller" geändert. Die Hellers werden für 6 Generationen die Brauerei führen.
1866 Die erste Generation der Familie Graser/Trum, Konrad Graser, führt die Brauerei Heller. Konrad war vorher der Pächter der Brauerei Michaelsberg, der ältesten Brauerei Bambergs (Braurecht erstmalig 1154 urkundlich erwähnt). Sein Sohn Andreas Graser (der mit dem schlenkernden Gang) wird zum Namenspatron, dank dem die Heller-Bräu den Beinamen "Schlenkerla" bekommt.

Schlenkerla AußenansichtLüsterweibla

Die neuere und daher detailgenauer dokumentierte Brau- und Baugeschichte ab dem 20. Jahrhundert:

Jahr Ereignis
1920er der Schlenkerla Bierkeller am Oberen Stephansberg wird (wie fast alle anderen Bamberger Biergärten) in Folge des wirtschaftlichen Niedergangs nach dem 1. Weltkrieg geschlossen
1926 Pachtung und Restaurierung der Dominikanerklause
1936 auf einem Teil des ehemaligen Biergartens am Oberen Stephansberg wird ein neues Sudhausgebäude errichtet
1958 Bau von Malzsilos
1959 Bau einer Lagerhalle für Buchenholz
1960 Kauf der Dominikanerklause zusammen mit dem "Haus unter den Störchen"
1962 neue Keimkästen
1963 neue Lagertanks für die historischen Stollen unter der Schlenkerla Brauerei
1964 neue Maschinen für die Flaschenabfüllung
1964 Eröffnung des Bamberger Zimmers
1965 Erneuerung des Gärkellers
1966 Kauf des ehemaligen Lazarettgebäudes des Dominikanerklosters
1972 Bau von Gersten- und Malzsilos
1974 eine neue Küche für den Brauereiausschank, ebenso werden die Toiletten erneuert
1979 Erneuerung des Sudhauses
1988 Erneuerung des Gärkellers
2006 Aufmaß der Keller unter dem Schlenkerla Brauereiausschank; diese sind z.T. aus dem 12. Jahrhundert
2007 Eröffnung des Biergartens im Dominikanerhof
2008 neue Lagertanks für die historischen Stollen unter der Schlenkerla Brauerei
2009 neue WC Anlage im Brauereiausschank
2010 eine neue Küche für den Brauereiausschank
2010 Eröffnung des Ulanenzimmers
2011 Restaurierung der Deckenmalerei in der Klause
2011 neue Maschinen zur Holzfassreinigung und für die Reinigung und Abfüllung von Metalfässern
2012 separater Gärkeller für Schlenkerla Rauchweizen
2012 ein neuer Filterkeller
2013 Sanierung der Schlenkerla Fassade
2014 neue Lagertanks für die historischen Stollen unter der Schlenkerla Brauerei
2015 die Ahnengalerie und die historischen "Lüsterwaibla" werden restauriert
2016 neue Gärtanks und ein Hefepropagationssystem für optimierte Gärung werden installiert
2018 neue Drucktanks und eine neue automatische Flaschenkontrolle für die Füllerei

 


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